Bolivien Partnerschaft

Partnerschaft zwischen den Gemeinden Guter Hirt in Winsen / Luhe und San Martin de Porres in Tarija, Bolivien

Herzliche Grüße

Birgit Götte

 

Zwei kleine Videos aus unserer bolivianischen Partnergemeinde Weihnachtsüberraschungen für die Comedorkinder und Besuch einer Gemeinde in den Bergen

Padre Simón aus unserer Partnergemeinde sendete uns vor einigen Tagen zwei kurze Videos, die er kurz vor Weihnachten gedreht hat. Zum Weihnachtsfest erhielten die Familien der Comedorkinder eine Tüte mit besonderen Leckereien. Zudem gab es T-Shirts mit dem Aufdruck „Comedor San Martín Tarija – Partnerschaft Bolivien-Deutschland“ für die Kinder. Im Video informiert Padre Simón die Familien darüber, dass unsere Pfarrgemeinde Guter Hirt den Comedor mit Spendengeldern unterstützt. Einige Eltern kommen zu Wort und drücken ihre Dankbarkeit aus. „Es ist eine große Hilfe für mich, da ich alleinerziehend bin“, äußert beispielsweise eine Mutter. youtu.be/QSueMN6pzbQ

Im zweiten Video fährt Padre Simón mit einigen Jugendlichen in die Berge und besucht seine entferntest gelegenen Gemeinden. Mit dem Auto benötigt man etwa zwei Stunden dorthin. Die kleine Gemeinde San Isidro ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen. Die Menschen leben dort sehr einsam. Während unserer Reise im Februar 2020 haben wir sie ebenfalls besucht. Auch diesen Familien wurden Lebensmittel zu Weihnachten gebracht. Im Video bekommen Sie auch einen Eindruck von der atemberaubenden Landschaft.

youtu.be/MDeO8tX6byQ

Finanziert wurden beide Aktionen durch Ihre Spendengelder. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die das Projekt immer wieder unterstützen.

Birgit Götte (Bolivienarbeitskreis)

Die Sonderkollekte für das Comedor-Projekt in unserer Partnergemeinde erbrachte den großartigen Betrag von € 1.150,78. Außerdem wurden weitere Spenden in Höhe von € 1.900 überwiesen. Wir sind sehr überwältigt von diesem Ergebnis und sagen DANKESCHÖN für Ihre Unterstützung. € 3.000 wurden nun bereits überwiesen, damit unsere Partnergemeinde weiterhin die bedürftigen Familien unterstützen kann. Padre Simón bedankt sich bei Ihnen allen mit folgenden Worten: Ein herzlicher Gruß aus der gesamten Gemeinde San Martín de Porres in Tarija/Bolivien.

Ich wurde darüber informiert, dass die Pfarrgemeinde Guter Hirt aus Winsen eine Kampagne durchgeführt hat, um Gelder für unseren Comedor in der Gemeinde San Martín de Porres einzuwerben. Für diese partnerschaftliche Geste in Solidarität mit den Kindern aus unserem Viertel danke ich sehr. Noch immer verschlechtert sich die Situation aufgrund der Corona-Pandemie in Bolivien und besonders in Tarija. Wir sind landesweit an vierter Stelle in Bezug auf die Anzahl der Infizierten und führen eine quasi dynamische Quarantäne fort. Gott sei Dank dürfen die Menschen mittlerweile wieder in einem reduzierten Stundenumfang zur Arbeit zurückkehren. Anders sieht es an den Schulen aus; dort wird bis Ende des Jahres kein Präsenzunterricht mehr stattfinden. Bislang wurden die Kinder im Comedor von Montag bis Freitag während der Schulzeiten mit einem Mittagessen versorgt. Vor dem Hintergrund der Pandemie haben wir beschlossen, von nun an den Mittagstisch im Comedor von Montag bis Samstag anzubieten und nicht nur während der Schulzeit, sondern das komplette Jahr über. Am Montag, 14. September 2020 werden wir den Comedor erstmals wieder öffnen. Die Kinder werden das Essen in Behältern zum Mitnehmen erhalten – unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Auch der Pfarrgemeinderat unserer Gemeinde führt Solidaritätskampagnen durch, indem wir Lebensmittel zu Familien in unserem Viertel und unserer Gemeinde bringen. Unter ihnen waren auch die Familien der Comedorkinder. Ich danke euch allen für diese Freundschaft und Partnerschaft. Ihr zeigt uns damit, dass ihr nicht das Einfühlungsvermögen für den Nächsten verliert, der sich in einer vulnerablen Situation befindet. Vielen Dank im Namen der Eltern der Comedorkinder und der ganzen Pfarrgemeinde San Martín. Vereint im Gebet und meinen Segenswünschen für jeden einzelnen von euch.

Mit freundlichen Grüßen P. Simón Diaz Velásquez Tarija, 13. September 2020

Wiedersehen in Bolivien - Bericht über die Bolivienreise im Frühjahr 2020

Während ich den Reisebericht schreibe, befinden wir uns inmitten der Coronakrise mit all‘ ihren Einschränkungen und so kommt es fast ein bisschen unwirklich vor, dass wir noch im Februar/März zu Besuch in Bolivien, in unserer Partnergemeinde San Martín de Porres in Tarija waren und dort drei unbeschwerte Wochen verbringen durften. Im Herbst 2019 haben wir lange mit der Buchung gezögert, da nach den Wahlen im Oktober die politische Lage sehr unruhig war. Nach vielen Gesprächen mit Einheimischen entschlossen wir uns schließlich doch, über Karneval nach Südamerika zu fliegen. Für Hilde Wollstein, Werner Volk und mich war es bereits die vierte Reise nach Bolivien, Monika und Peter Greifenberg waren die „Neulinge“ in unserer Gruppe und für Juan León war es natürlich ein Heimspiel. Wenn man am Flughafen in Tarija ankommt und schon vom Flugzeug aus Menschen mit der Deutschlandflagge und Begrüßungsschildern auf der Aussichtsplattform sieht, ist man gleich so richtig angekommen. Viele langjährige Freunde und Wegbegleiter waren gekommen, um uns zu begrüßen. Beim Schreiben bekomme ich jetzt schon wieder eine Gänsehaut. Untergebracht waren wir in den Gästezimmern im Gemeindehaus und in der benachbarten Casa Sacerdotal, wo die auf dem Land tätigen Pfarrer der Diözese ein Zimmer haben. Das hatte den schönen Vorteil, dass wir sehr viel vom Gemeindeleben mitbekommen konnten und immer unter Menschen waren. Auf diese Weise konnten wir auch den neuen Pfarrer unserer Partnergemeinde, Padre Simón Diaz, gut kennen lernen. Er zeigte sich sehr offen für die Partnerschaftsarbeit und hat sich unglaublich viel Zeit für uns genommen und Ausflüge mit uns gemacht. Seit Beginn der Partnerschaft im Jahr 2003 unterstützen wir den Mittagstisch für Kinder aus sozial schwachen Familien (Comedor). Mit unserer finanziellen Unterstützung werden Lebensmittel für knapp 40 Kinder und das Gehalt der Köchin bezahlt. Mehrfach haben wir mit den Kindern zu Mittag gegessen und uns mit ihnen unterhalten. Dieses Jahr fiel mir besonders auf, wie viel Verantwortung bereits die älteren Kinder für ihre jüngeren Geschwister übernehmen müssen. Während eines Treffens mit den Eltern dieser Kinder wurde deutlich, welch große Hilfe dieser Mittagstisch für die Familien ist und wie dankbar sie dafür sind, dass ihre Kinder dort ein gesundes und preiswertes Mittagessen bekommen. Kurz vor unserer Abreise aus Deutschland wurde vom Bolivienarbeitskreis ein Pizzaessen mit Live-Musik im Pfarrheim veranstaltet. Mit dem Erlös von gut € 520 sollten wir die Kinder zu einem besonderen Tag einladen. Und so mieteten wir für einen Samstagvormittag eine Hüpfburg und ein Trampolin an, die auf dem angrenzenden Sportplatz aufgebaut wurden. Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück und Mittagessen sowie einer Malaktion und ganz viel Spaß und Spiel. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Spender – auch im Namen aller Kinder und ihrer Familien. Besonders schön war es, dass wir bei dieser Aktivität und vielen anderen Gelegenheiten immer auf die Unterstützung von vielen Helfer*innen zählen konnten. Der Kontakt und die persönlichen Begegnungen mit den Menschen sind ganz entscheidend für eine lebendige Partnerschaft. Das können die sozialen Medien nur bedingt bieten. Für uns alle war es natürlich besonders schön, unsere ehemaligen Freiwilligen wiederzutreffen und zu sehen, was aus ihnen geworden ist. So hat Tatiana mittlerweile eine Familie gegründet und zwei Kinder (Hendrick und Antonella). Hugo ist dabei, gemeinsam mit drei Partnern, eine Brauerei aufzubauen. Ohne seinen Freiwilligendienst in Winsen wäre er wahrscheinlich nicht auf diese Idee gekommen, berichtete er. Es ist geplant, dass im Spätsommer dieses Jahres eine neue Freiwillige (Joselyn) aus der Gemeinde San Martín de Porres zu uns nach Winsen kommen wird. Hier muss im Moment noch abgewartet werden, wie sich die Coronakrise weiter entwickelt. Als schönes Zeichen der Verbundenheit haben wir gemeinsam mit jungen und sehr künstlerisch begabten Frauen aus der Gemeinde eine Mauer in der Nähe des Kircheneingangs bemalt. Dargestellt wird ein Weg, den zwei Freunde aus Bolivien und Deutschland gemeinsam gehen. Ich könnte jetzt noch seitenweise über weitere Aktivitäten und Ausflüge schreiben, wie beispielsweise unsere Einladung zum deutschen Abend (wo wir Gulasch für 50 Personen gekocht haben), der Ausflug nach San Isidro (Dieser Ort liegt hoch in den Bergen, zweieinhalb Stunden Fahrtzeit von Tarija entfernt und ist die am weitesten entfernte Gemeinde, die zu unserer Partnergemeinde gehört. Der Besuch bei den Menschen, die dort sehr einsam leben, hat tiefe Spuren in uns hinterlassen) oder die zahlreichen Einladungen zu Familien und Feiern. Immer sind wir auf sehr warmherzige Menschen getroffen. Wir alle sind sehr dankbar, dass wir diese Reise noch machen durften. Sobald wieder Versammlungen im Pfarrheim stattfinden dürfen, erzählen wir gerne im Rahmen eines Kirchencafés mehr von unseren Erlebnissen und zeigen einige Bilder. Bolivienpartnerschaft zu Coronazeiten  In Tarija wurden sehr früh, sehr strikte Maßnahmen ergriffen. Das ganze öffentliche Leben wurde lahmgelegt. Schulen und Kirchen wurden geschlossen und die Menschen mussten komplett in ihren Häusern bleiben und durften – bis auf wenige Ausnahmen – nicht zur Arbeit gehen. Je nach Endziffer auf dem Ausweis darf man an einem Vormittag das Haus verlassen, um Einkäufe zu erledigen. Ende April waren offiziell drei Infizierte in der Region erfasst.  Da auch der Comedor geschlossen bleiben muss, werden ab dem 11. Mai die Mahlzeiten zum Mitnehmen an die Kinder ausgegeben. Ab diesem Termin treten erste Lockerungen in Tarija ein.  Die Gemeinde San Martín de Porres beteiligt sich an einer Solidaritätsaktion der katholischen Kirche in der Diözese Tarija. So wird zu (Lebensmittel-)Spenden aufgerufen. Diese werden in Kisten zu den bedürftigen Familien der Gemeinde gebracht.  Da Padre Simón und der Kaplan Padre Gabriel aus unserer Partnergemeinde sehr technikaffin sind, übertragen sie während der Coronakrise den Sonntagsgottesdienst immer über Facebook. Viele von uns nehmen ebenfalls daran teil.  Unser Bolivienarbeitskreis in Winsen geht ebenfalls neue Wege und führt Videokonferenzen durch, um Dinge zu besprechen, sich Fotos von der Reise anzusehen oder einfach ein wenig zu plaudern. Anfangs hatten wir immer noch sehr mit der Technik zu kämpfen, was geradezu etwas Komisches an sich hatte, aber mittlerweile werden wir immer besser. Dennoch freuen wir uns alle auf den Tag, wo persönliche Treffen wieder möglich sein werden. Birgit Götte (Bolivienarbeitskreis)